Willkommen auf meinem Blog

Hier teile ich gezielte Anregungen zur Reflexion, Impulse für Qualitätsentwicklungsprozesse und alltagsnahe Methoden für Kita-Leitungen, pädagogische Fachkräfte und Teams.

August 2026

Digitale Beratung?!
Eure Fragen, meine Antworten

Im folgenden und übrigens 1. Blogbeitrag auf meiner Seite (Yeah!), findet ihr häufige Fragen und Antworten rund um mögliche Bedenken zur digitalen Beratung. 

,,Unsere Technik im Team ist nicht auf dem neusten Stand. Funktioniert das dann trotzdem?“

Keine Sorge, ihr müsst keine IT-Profis sein. Eine stabile Internetverbindung, PC, Laptops oder Tablets mit Kamera und Ton reichen völlig aus. Ich leite Euch durch meine digitalen Räume und greife dabei auf meine Praxiserfahrung zurück. 

,,Über einen Bildschirm entsteht doch gar keine echte Nähe oder Gruppendynamik?“

Mit digitalen Pinnwänden und agilen Moderationsformen kann ein reger Austausch entstehen. Allerdings ist mir Freiwilligkeit wichtig, und ich mag auch selbst keine ausufernden Vorstellungsrunden. Die ein oder andere kreative Methode wird es jedoch bei mir geben ;-)

,,Wir haben im Alltag kaum Zeit für zusätzliche Beratungen.“

Statt ganztägiger Schließtage arbeite ich mit flexiblen Online-Impulsen und ausreichend Pausen. Bei mir wirst Du keine langen Vorträge finden, sondern viel Austausch mit Einzel- und Gruppenreflexionen.

,,In der Pädagogik zählt doch nur das Analoge. Passt das digitale Angebot überhaupt zu uns?“

Digitale Bildung schließt die analoge Bildung nicht aus. Sie kann diese sehr gut ergänzen, ohne im Widerspruch zueinander zu stehen. 

„Ein:e Berater:in direkt aus unserer Region kennt doch unsere Herausforderungen eher?“

Mit gezielten digitalen Fallbesprechungen holen wir Eure Themen auf die Agenda. Ganz unabhängig vom Standort und mit viel Flexibilität.

„Komplexe pädagogische Diskussionen kann man doch unmöglich via Video führen!“

Manchmal kann der Bildschirm sogar ein echter Vorteil sein. Er wirkt wie ein geschützter Raum, der es auch ruhigeren Teammitgliedern leichter macht, sich zu Wort zu melden. Aufgrund meiner systemischen und lösungsorientierten Arbeitsweise, lege ich Wert auf wertschätzende Kommunikationsformen.

„Arbeitshilfen können doch unsere unsere pädagogische Kreativität einschränken?“

Meine Praxismaterialien und Reflexionstools sind keine starren Werkzeuge, sondern ermöglichen flexibles und bedürfnisorientiertes Handeln. Sie können Impulse bieten oder eignen sich zur vertiefenden Auseinandersetzung. Im Team oder als Einzelarbeit. 

„Verlaufen solche Online-Impulse im Alltag nicht schnell im Sande?“

Das kann sein, denn die nachhaltige Umsetzung liegt tatsächlich in der Hand der Leitung oder des Kita-Teams. Natürlich kann eine längerfristige Beratung und Begleitung dazu beitragen, dass die Nachhaltigkeit gesichert werden kann. Nicht von jetzt auf gleich, sondern Schritt für Schritt. 

Du hast noch eine andere Frage oder bist neugierig, wie eine digitale Begleitung für Dich oder Dein Team aussehen könnte? 

Schreib mir einfach eine Nachricht über das folgende Kontaktformular und ich melde mich zeitnah bei Dir.

Ich bin damit einverstanden, dass diese Daten zum Zweck der Kontaktaufnahme gespeichert und verarbeitet werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung jederzeit widerrufen kann.*

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Im Team zuhören, um wirklich zuzuhören

Eine der am häufigsten genannten Herausforderungen, die ich sowohl damals als Leitung und Fachkraft und auch jetzt als Fachberatung in einigen Teambesprechungen wahrnehme, ist, dass viele Teams zwar miteinander reden, aber einander nicht zuhören.

Gedanklich wird das Gesagte von der Kollegin oder dem Kollegen bereits im Detail analysiert, bewertet und dann als Gegenargument platziert. Es gleicht einem Ping-Pong-Spiel: Es geht hin und her, bis das Team nach über zwei Stunden froh ist, wenn die Besprechung endlich vorbei ist.

Doch es gibt auch Teams, in denen Teambesprechungen mit Leichtigkeit und Klarheit stattfinden. Was ist in diesen Besprechungen denn so anders?

Der Blick von außen

In meiner Arbeit mit den Teams ist mir eine bestimmte Art des Innenhaltens aufgefallen. Es wird sich gegenseitig zugehört, die Leitung moderiert den Prozess, gibt Orientierung und weicht flexibel und situativ von der Agenda ab, wenn es das Thema erfordert.

Das mag von außen betrachtet leicht aussehen, ist es jedoch meistens nicht. Die Moderation von Teambesprechungen kann eine komplexe und herausfordernde Aufgabe sein. Auch für Leitungen ist es keine angenehme Situation, in ein Team zu kommen, in dem sie ihre Inhalte nicht einbringen können. Es ist ein Zusammenspiel, nicht Leitung gegen Team oder Team gegen Leitung.

Wege zur Veränderung

Manchmal kann ein Moderationsleitfaden oder ein flexibler Ablaufplan in Teambesprechungen hilfreich sein.

Noch spannender und nachhaltiger können gezielte Reflexionsübungen wirken. Sie holen die Dynamik auf die Metaebene.
 
- Wie hören wir einander eigentlich zu?

- An welchen Stellen schalten wir auf Abwehr?

- Was brauchen wir jetzt gerade wirklich?

Du möchtest das Thema Zuhören in deinem Team vertiefen oder suchst nach kreativen Möglichkeiten für Deine Teambesprechungen?

Weiterführende Impulse, praktische Anregungen und konkrete Übungen zum Reflektieren findest Du in meinem didaktischen Praxistool.

Die intersektionale Umsetzung der Kinderrechte und des Kinderschutzes in der Praxis

Auf die Frage, wie intersektional die Umsetzung der Kinderrechte und des Kinderschutzes in der Praxis erfolgt, finden sich im wissenschaftlichen Diskurs bislang nur wenige zufriedenstellende Antworten. Aktuelle Studien zeigen stattdessen ein besorgniserregendes Bild:

Pädagogisches Fehlverhalten steht in einigen frühkindlichen Bildungseinrichtungen nach wie vor an der Tagesordnung (vgl. Lagemann et al. 2025; Boll/Remsberger-Kehm 2024). 

Auch im medialen Diskurs werden durch zahlreiche Kommentare Gewalt und pädagogisches Fehlverhalten gegenüber Kindern wiederkehrend legitimiert (vgl. eigene Recherchen 2025/2026). Da statistische Kennzahlen zur intersektionalen Ausrichtung von Schutzkonzepten fehlen, war eine eigene Recherche notwendig. Das Ergebnis dieser nicht repäsentativen Untersuchung zeigt, dass viele frei zugängliche Gewalt- und Kinderschutzkonzepte auf neuronormativen Standards basieren (vgl. Schäfer-Pichula 2026; Joka/Tietmeyer 2026).

Was bedeutet das für den pädagogischen Alltag?

Konzepte mit einer neuronormativen Ausrichtung orientieren sich an einer vermeintlichen „Norm“ des Denkens, Fühlens und Verhaltens (vgl. Repnikov/Tures 2026; Hümpfer-Gerhards et al. 2024). Unreflektierte Vorurteile können insofern dazu führen, dass bestimmte Zuschreibungen entstehen, die diskriminierend wirken und potenziell eine institutionelle Kindeswohlgefährdung darstellen können (vgl. Maywald 2026).

Ein inklusiver Kinderschutz erfordert demnach eine diskriminierungssensible und intersektionale Ausrichtung (vgl. National Coalition Deutschland 2026; Staab et al. 2026; Richter/Finger 2026; Tures 2025).

Um ein Bewusstsein für die intersektionale Umsetzung der Kinderrechte und des Kinderschutzes zu schaffen, habe ich einen Evaluationsbogen entwickelt, der zur Sensibilisierung und Erweiterung bestehender Gewalt- und Kinderschutzkonzepte 
genutzt werden kann.

Falls Du Dich fragst: 

- Wie wird das Thema Intersektionalität in meiner Einrichtung mitgedacht?

In meinem Evaluationsbogen findest Du praktische Impulse sowie weiterführende Literatur, die Du direkt in der Praxis einsetzen kannst. 

Zum Evaluationsbogen hier klicken.

Quellen: 

Boll, A.; Remsberger-Kehm, R. (Hrsg.) (2024): Nein zu verletzendem Verhalten - feinfühligen Umgang stärken. Kindergarten heute wissen kompakt. Freiburg: Herder.

Hümpfer-Gerhards, L.; Fuhrmann, S.; Schwager, S.; Kleres, J.; Kunert, J.; Benecke, M.; Knigge, M; Moser, V. (2024): Schule & Autismus - schAUT. Barrieresensible Gestaltung inklusiver Schulen. Eine Handreichung. Berlin: Verlag White Unicorn e.V. Online unter: https://www.white-unicorn.org/ projekte/bmbf-schaut (abgerufen am: 31.08.2026). 

Joka, R.; Tietmeyer, J. (2026): Kultursensibilität im Kinderschutz des offenen Ganztags. socialnet Materialien. Bonn: socialnet. Online unter: https://www.socialnet.de/materialien/31006.php (abgerufen am: 31.08.2026).

Lagemann; M; Dobelmann, N.; Bock-Famulla, K. (2025): Teamarbeit in KiTas: Zentral für Schutz und Wohlbefinden von Kindern. Praxis zeigt dringenden Handlungsbedarf. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Gütersloh.

Maywald, J. (2026): Gewalt durch pädagogische Fachkräfte verhindern. Die KiTa als sicherer Ort für Kinder. Uberarbeitete Neuausgabe. Freiburg: Herder.

National Coalition Deutschland - Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V. (2026): Kinderrechte und Intersektionalität. Online unter: https://netzwerk-kinderrechte.de/2026/05/18/materialpaket-kinderrechte-und-intersektionalitaet/ (abgerufen am: 31.08.2026).

Repnikov, G.; Tures, A. (2026): Was ist Neurodiversität? Eine interdisziplinäre Perspektive für die frühe Bildung. Frühe Kindheit 01/26, S. 7 - 17.

Richter, S.; Finger, F. (2026): Adultismus wahrnehmen, reflektieren, abbauen. Stuttgart: Klett Kita.

Staab, L.; Freund; S.; Bogner, M. (Hrsg.) (2026): Intersektionale Pädagogik. Grundbegriffe und Felder der Erziehungswissenschaft und pädagogischen Praxis. Bielefeld: transcript.

Tures, A. (Hrsg.) (2025): Das schwierige Kind? Herausforderndem Verhalten professionell begegnen. Mühlheim an der Ruhr: Cornelsen.

September 2026

Woran ist eine effektive Teamarbeit zu erkennen?

Wenn sich gewohnte Abläufe in der Zusammenarbeit beschwerlich anfühlen, kann eine Analyse der Teamarbeit hilfreich sein. Nach Myers et al. (2015) können folgende Kriterien eine Orientierung bieten: 

 •  Verständigung auf ein gemeinsames Ziel

 •  Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung

 •  Fähigkeit zur Konfliktbewältigung im Team

 •  Fokussierung aller Teammitglieder auf Teamergebnisse

 •  Vertrauen und Verantwortungsübernahme

 •  Lernbereitschaft der Teammitglieder

Die fünf Funktionen der Teamarbeit

Ein tieferes Verständnis liefert das bekannte Pyramiden-Modell zur Funktionalität und Dysfunktionalität von Teamarbeit (vgl. Lencioni 2019):

1. Ebene: 
Wechselseitiges Vertrauen im Team bildet die Basis für eine gelingende Teamarbeit.

2. Ebene: 
Eine konstruktive Konfliktbereitschaft im Team. Die Teammitglieder sind in der Lage, Konflikte zu benennen und zu lösen.

3. Ebene: 
Die Teammitglieder verpflichten sich selbst gegenüber den gemeinsamen Arbeitszielen.

4. Ebene: 
Gegenseitige Verantwortlichkeit und Verlässlichkeit für die Aufgabenerfüllung.

5. Ebene: 
Zielorientierung der Teammitglieder. Sie konzentrieren sich auf die Erreichung der gemeinsamen Ziele.

Fragen zur Selbstreflexion für Deine Teamarbeit

- Inwiefern kann dieses Modell für Deine Teamarbeit sinnvoll sein?

- Gibt es eine oder mehrere Ebenen, die Veränderungspotenzial aufweisen?

- Auf welcher der fünf Ebenen nach Lencioni (2019) erlebst Du Dein Team aktuell am stärksten, und wo zeigt sich ein deutlicher Veränderungsbedarf?

- Werden Meinungsverschiedenheiten bei Euch konstruktiv in der Teamsitzung ausgetragen oder verlagern sich Konflikte eher in informelle Gespräche auf dem Flur?

- Wie geht ihr im Team damit um, wenn Absprachen nicht wie vereinbart eingehalten werden?

Nutze die Fragen gerne für Dich oder für Teambesprechungen.

Quellen:

Andresen, J. (2019): Agiles Coaching. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, München: Hanser.

Lencioni, P. (2019): Die 5 Dysfunktionen eines Teams überwinden. Weinheim: Wiley.

Myers, G.; Chirls, C.; Champoux, T. (2015): Teams That Work: The Six Characteristics of High Performing Teams. CreateSpace Independent Publishing.

Blumenvase - Ein didaktischer Impuls aus meinem Praxisleitfaden

Zu Beginn nimmt sich jedes Teammitglied ein Blatt und zeichnet eine Blumenvase darauf. Danach stellt jede:r die eigene Vase vor. Vermutlich wird es kein einheitliches Bild geben. Die eine Vase ist eckig, die andere klein, die nächste groß und mit Blumen bestückt.

Was hat das mit Kommunikation zu tun?

Diese Übung zeigt, dass jede:r ein anderes Bild von einer Vase hat. Ergo gibt es auch vielfältige Kommunikationsformen und unterschiedliche Bedürfnisse in einem Team. Während das eine Teammitglied am Morgen überhaupt keine Kommunikation möchte, ist die Kommunikation am Morgen für ein anderes Teammitglied eine Form der Wertschätzung hinsichtlich ihrer/seiner Person. Aufgrund unterschiedlicher und unerfüllter Bedürfnisse kann dann eventuell ein Konflikt entstehen. Konflikte, die zulasten des Kinder- und Fachkräfteschutzes gehen können.

Reflexionsfragen

- Welche Kommunikationsvorlieben meiner Kolleg:innen nehme ich im Alltag wahr?

- Wie handhabt ihr unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse in Eurem Team?

In meinem Praxisleitfaden findest Du exemplarische Übungen und weiterführende Impulse.

Die Reflexion der Teamkommunikation

- Wie oft sprecht ihr eigentlich im Team darüber, wie ihr miteinander kommuniziert?

- Wie oft reflektiert ihr, was die tatsächlichen Schwierigkeiten sind?

- Wie ist der Umgang mit Kolleg:innen, die diese Spannungen in der Kommunikation ansprechen?

Viele pädagogische Teams wollen weg von Aussagen wie:

„Sonst haben wir auch nicht darüber gesprochen, warum denn jetzt?“

Und hin zu:

„Die Kommunikation hier im Team ist schon lange sehr belastend und es wird Zeit, dass wir das endlich wahrnehmen!”

Ja, vieles kann das Team selbst entscheiden und umsetzen. Doch pädagogische Leitungen haben auch eine Fürsorgepflicht gegenüber ihrem Team und sind zur Umsetzung der Qualitätssicherung verpflichtet. 

Zur Qualitätssicherung gehört selbstverständlich auch die Evaluation des Leitungshandelns. Dabei dürfen Fragen gestellt werden, wie Leitungen zu einer offenen Kommunikation beitragen und was erforderlich ist, um konstruktives Feedback geben und nehmen zu können. Sowohl auf Leitungs- als auch auf Teamebene.

Gibt es solche Gespräche und Evaluationsmöglichkeiten in Eurem Team?

Wenn Du mehr Klarheit und methodische Flexibilität in Deinen Teambesprechungen haben möchtest, dann findest Du in meinem didaktischen Praxistool erprobte Impulse und Reflexionsfragen, inklusive einem Ablaufplan.

Hier kommst Du zum Praxistool!

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